Farewell_youki_12

Die New YOUKI Times ist Geschichte, zumindest für 2010; das gleiche gilt für dieses Blog, das weiterhin zur Dokumentation online ist. Achtung: Dieses Blog lief ursprünglich auf der Plattform Posterous und wurde im Zuge deren Schließung zu WordPress importiert. Eventuelle Importfehler sind nicht ausgeschlossen.

Von 16. bis 21. November 2010 wurden im Rahmen des YOUKI Internationalen Jugend Medien Festivals insgesamt fünf Ausgaben der Festivalzeitung New YOUKI Times produziert. 13 Redakteur_innen zwischen 12 und 28 Jahren versorgten YOUKI-Besucher_innen und Welser_innen gleichermaßen mit Berichten, Reportagen und Interviews vom Festival sowie mit News aus aller Welt.
Die New YOUKI Times erschien morgens in Wels mit einer Auflage von 750 Stück. Die Zeitung wurde an häufig frequentierten Plätzen in Wels ausgeteilt und in eigens angefertigten Ständern bereitgelegt. Aufgrund ihres Formats wurde die New YOUKI Times darüber hinaus als Wandzeitung affichiert. Besonders stark verbreitet war die NYT naturgemäß in den YOUKI-Festival-Locations Medien Kultur Haus und Alter Schlachthof.
Neben der Arbeit an der NYT-Printausgabe verfasste die Redaktion mehrere Artikel für die Oberösterreichischen Nachrichten. Während des Festivals erschienen 9 Filmkritiken, 2 Online-Bilderstrecken sowie ein Bericht über die Abschlussgala.
Dieses Redaktionsblog begleitete die tägliche Arbeit und lieferte zusätzliche Inhalte wie TeaserStimmungseindrücke und Videos.
An NEW YOUKI TIMES 2010 waren beteiligt: 
KONZEPT & LEITUNG
Julian Ausserhofer (FH JOANNEUM, Studiengang Journalismus und PR)
Sarah Seekircher (FM4 & Ö1)
GRAFIK & ART DIRECTION
Othmar Fetz
Katharina Weissenbach
REDAKTION
Aida Kone-el-adji
Anna Rieder
Bath-Sahaw Baranow
Elisabeth Postl
Eva Krenner
Florian Spielbüchler
Georg Csarmann
Katja Greindl
Lucia Reinsperger
Marie-Christin Hiesbeger
Sarah Marie Sacherl
Sophie Schmidauer
Vanessa Gstrein
DRUCK
BFI Oberösterreich
FOTOGRAFIE
Lukas Maul
Othmar Fetz
Xenia Bluhm
KOORDINATION YOUKI FESTIVAL
Peter Schernhuber
Sebastian Höglinger
KOOPERATION OBERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN
Julia Evers
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Katja Greindl und Elisabeth Postl von der NYT-Redaktion berichteten für die Oberösterreichischen Nachrichten von der großen YOUKI-Gala. Der Artikel erschien am Montag, den 22.11.2010, auf Seite 20 im Ressort „Kultur & Medien“  und ist auch auf nachrichten.at nachzulesen

Weiters gibt es auf nachrichten.at eine Galerie mit den schönsten Schnappschüssen vom Festival. Text: Redaktion New YOUKI Times, Bild: Lukas Maul, Xenia Bluhm, Othmar Fetz. 

YOUKI 2010: Großes Kino! Große Gefühle!

Zum zwölften Mal ging am Samstag im Alten Schlachthof Wels das Internationale Jugend-, Film- & Medienfestival YOUKI nach einer Woche Filmpräsentationen, Konzerten und Workshops zu Ende. Und das mit einer Abschluss-gala samt Preisverleihung, die ihresgleichen sucht: lachende Gesichter und beste Laune.

Ihr Glück kaum fassen konnten die Schüler der Metropolitan School Berlin, die für ihre Aufarbeitung von Rassismus im Klassenzimmer den „YOUKI 2010“ in der Alterskategorie 1 (10-14 Jahre) gewannen. Sie teilten sich den Preis mit „Meteor Impact“ des 13-jährigen Johannes Smolle. Der 90 Sekunden lange Film über den Weltuntergang ist bereits das 15. Werk des Österreichers. Es glänzt mit Witz und schrägen Spezialeffekten.

In der Kategorie 15-18 Jahre gewann die Doku „Danny Crash“ der deutschen „Dokumentarfilmwerkstatt“. Sie porträtiert den Hip-Hopper Daniel Noll und fängt seine bewegte Geschichte genauso wie seine Zukunftsvisionen ein. Der „YOUKI 2010“ der 19- bis 26-Jährigen ging an das schwedische Drama „Close to you“. Regisseurin Joséphine Adams zeigt Probleme aus dem jugendlichen Alltag so echt und lebendig auf, dass man sich – passend zum Titel – wirklich nah an den Figuren fühlt.

Die Kategorie „Innovative Film Award“ wandelte die Jury in den „Sonderpreis der Jury“ um. Es siegte ein Linzer: Patrick Derieg („Aufhebung der Wirklichkeit im Lichtspieltheater“). „Kino ist ein Schutz vor der Realität. Eine Barriere. Darum interessiert mich das“, sagte Derieg.

Der als wichtigster Preis geltende und von den OÖNachrichten zur Verfügung gestellte Publikums-YOUKI ging nach Deutschland. Die meisten Wahlkarten ergatterte „Calvin Fragmenti“ über den Realitätsverlust eines psychisch kranken jungen Mannes.

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Abschließend eine Überraschung: Anstatt eines klassischen Buffets hatte die Festivalkantine eine Stadt aus Brot erschaffen – ein kleines Kunstwerk. Wie alles bei YOUKI.

Nachrichten aus dem Inneren: Die Redaktion plaudert beim FILMSOFA über die New YOUKI Times, den Redaktionsalltag und ihr großes Vorbild, die New York Times.

(Gala)Ausgabe #05 – DIE PREISTRÄGER_INNEN

Spaziergang durchs MKH / YOUKI Eröffnung / Szenen aus der Redaktion / Nightline am 18.11. mit „The Real Schmidt“, „Cherry Sunkist“ und „Mischgeschick“ im Schl8hof

von Eva Krenner

Die Redakteur_innen der NEW YOUKI TIMES schreiben nicht nur für die eigene Zeitung, sondern verfassen auch Filmkritiken über das Wettbewerbsprogramm für die Oberösterreichischen Nachrichten. Hier die Veröffentlichungen vom 18. und 19. November:

„Ach, du heiliger Hamster!“
„Pelle Gets Tough“: Regie: Martin Sofiedal (24 Jahre) Actionkomödie, Norwegen 2009, 13 Min.

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Dass ein Film in den seltensten Fällen die Realität trifft, muss auch der Jungschauspieler Pelle lernen. In einer großen Produktion ergattert er die Hauptrolle, die des brutalsten Polizisten der Kinogeschichte. Am Set merkt er aber, dass es nicht einfach ist, Gewalt zu verkörpern – der Regisseur hat hingegen mit Brutalität gar keine Probleme und zögert auch nicht, sie anzuwenden, was den schauspielerischen Fortschritt seines Hauptdarstellers erheblich einschränkt. Pelle muss plötzlich den Unterschied zwischen echter und gespielter Härte lernen. Der Action-streifen des 24-jährigen Norwegers Martin Sofiedal überzeugt durch charismatische, junge Charaktere, insbesondere den sympathischen Pelle. Mit Witz, Ungeschick und Glaubwürdigkeit erschafft er eine liebevolle, persönliche Spannung und zeigt Schwierigkeiten auf, mit denen wir alle täglich konfrontiert werden: Passt unser eigenes Ich ins Bild? Was ist mit unserer eigenen Meinung? Und was passiert, wenn wir etwas im wahrsten Sinne des Wortes „vorspielen“? Sofiedal beweist damit Sinn für Realität.
Die Geschwindigkeiten und Bilder kommen der Wirklichkeit so nahe, dass der Film in 13 Minuten das schafft, was Blockbuster selten hinbekommen: ein schwindelerregendes Mitfiebern, richtiges Herzklopfen und lautes Mitlachen.

Elisabeth Postl

Zwischen Traum und Realität
„Nachnacht“: Österreich 2009, Regie: Herwig Kerschner, Jahrgang 1985, 8 Min.

Nachnacht

Fische sind das Erste, das man in Herwig Kerschners achtminütigem Fiction-Kurzfilm zu sehen bekommt, dann folgt die Aufnahme eines steril wirkenden Pools. Still treibt im Wasser ein Körper, der wahrscheinlich aus dem Rollstuhl gefallen ist, der am Beckenrand steht. Es folgen sehr düstere und rasant gedrehte Aufnahmen: Käfer zerfressen einen Vogel, vertrocknete Sonnenblumen, das Gesurre von hunderten Bienen.
Als Hauptperson dieser surrealen Aufnahmen kristallisiert sich ein Mädchen heraus, das schließlich aus einem seltsamen Traum aufwacht. Doch fast noch verstörender ist die Realität, in die der Zuschauer nun geschickt wird. Gesprochen wird hier nicht, untermalt werden die zerrissenen Bilder teilweise von einem düsteren Tongemisch. Was geschieht, wenn Traum und Wirklichkeit verschmelzen und sich nicht mehr voneinander unterscheiden lassen? Interpretationsspielraum ist das Schlagwort, das Herwig Kerschners Werk wohl am besten beschreibt.
Verwirrende Szenenfetzen, die bestenfalls ansatzweise eine zusammenhängende, aber nur schwer bis gar nicht nachvollziehbare Handlung erkennen lassen, entlassen den Zuseher schlussendlich entweder nachdenklich oder kopfschüttelnd.

Sophie Schmidauer

 

Die Liebe, eine Achterbahn 
„Rummel“: D 2010, Regie: Benjamin Teske, 7:30 Min.

Rummel

Ein Paar sitzt in der Achterbahn – aber nicht unbedingt am Höhepunkt ihrer Gefühle zueinander. Inmitten von blinkenden Lämpchen, Zuckerwatte und Lebkuchenherzen sind sie ganz unten – am Tiefpunkt ihrer Partnerschaft. Zumindest wenn es nach ihr geht: „Eine Beziehung ist ein Nehmen und Geben – ich weiß nicht, was du daran nicht kapierst!“ Und los geht es, auf und ab. Geschriene Beschimpfungen im Karussell, verzweifelte Tränen auf der Wasserrutsche – und jede Fahrt hat auch ein Ende…
Doch weil so ein Achterbahnritt so schön ist, mag man den Schluss nie ganz wahrhaben. Und auch diesem Paar geht es so. „Die Liebe ist ein Karussell, im Kreis herum und viel zu schnell.“ Liebe ist etwas ganz Besonderes. Wenn man an einem Menschen hängt – so wie der Sessel im Kettenprater -, gibt es tausend Dinge, die man ihm sagen möchte.
„Rummel“ bringt ganz genau das auf den Punkt: Wenn die Emotionen überschwappen, ist das genauso schaurig-schön wie eine Tour durch den Jahrmarkt. Regisseur Benjamin Teske nutzt hier die Magie und Tricks des Rummelplatzes. Er lässt seine Charaktere an sich selbst zweifeln, wenn sie am Boden sind, und wenn der Waggon der Achterbahn wieder nach oben geht, kommen die Wut und der Hass. Ein Ritt der Gefühle – umrahmt von Drehleier-Spielern und bunten Fahrwerken; die Frage aufwerfend, ob wir denn nicht selbst ab und zu Schießbuden-Figuren am Volksfeststand sind.

Aida Kone-El-Adji

Marionetten und Krautschädl
„Vire“: Ö 2009, Idee, Regie: Anna und Christina Haslehner, 4:30 Min.

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Zwei Marionetten sind die Hauptfiguren dieses Stop-Motion-Films: Ein Clown und ein Affe mit den Gesichtern der österreichischen Band „Krautschädl“, die auch die Musik zum Film liefert. Während die beiden an herunterhängenden Fäden gefangen sind, sieht man in einer Art Traumsequenz andere Menschen im offenen Meer schwimmen.
Endlich wagen die Hauptfiguren den Schritt und brechen aus in die Freiheit, reißen sich los von den Fäden, die sie festhalten. Ab jetzt kümmern sie sich um keine Regeln und Gebote mehr. Sie tanzen wild umher, genießen das Leben in vollen Zügen. Am Ende steigen sie in den Bus nach „vire“, also vorne.
„Vire“ ist ein sehr farbenfroher, aufwendiger und fantasievoller Film – und gerade mal ein paar Minuten lang. Er führt sehr schnell zum eigentlichen Thema – und ist von der ersten Sekunde an faszinierend und fesselnd. Die Aufmachung und Gestaltung ist ausgezeichnet gelungen.
Außerdem hat der Film eine eindeutige Botschaft: Er animiert dazu, alle Vorurteile und Schutzmauern, die man über Jahre aufgebaut hat, langsam verschwinden zu lassen, offener auf die Menschen zuzugehen und sich von Fesseln loszureißen. Der Film ruft dazu auf, den inneren Schweinehund zu besiegen und Schritte nach „vire“ zu gehen.

Sarah Marie Sacherl

New YOUKI Times Ausgabe #04 – AFTER (A)WARDS

Druckfrisch und ab morgen Samstag überall am Festivalgelände und in
Wels erhältlich, die NEW YOUKI TIMES Ausgabe #04.